Das Schloss

Ein hoch aufgeschütteter, nur im Osten abgeflachter Wall, und ein tiefer, heute trockener Graben umgeben das nahezu quadratische Wasserschloss. Die vier dreigeschossigen Flügel werden von vier runden Ecktürmen begrenzt und umschließen den rechteckigen Innenhof. Im Osten liegt der Wirtschaftshof, dessen ursprüngliche Gebäude heute zum größten Teil nicht mehr existiert. Verbunden waren die beiden Anlagen durch Mauern, von Norden und Süden, jeweils durch Toreinfahrten zu erreichen, wovon heute nur noch der nördliche Torbogen erhalten ist.

Grundriss zweites Obergeschoss

Grundriss zweites Obergeschoss

Aus dem Rahmen fällt die Westseite des Schlosses mit ihren hohen Renaissancegiebelfronten neben den Ecktürmen und einem niedrigen Mittelteil. Eine Baunaht über dem Erdgeschoß lässt vermuten, dass die beiden Obergeschosse erst nachträglich aufgesetzt worden sind. Den Fenstern nach zu urteilen, muss dies aber noch im 16. Jahrhundert geschehen sein. Es wird sogar vermutet, dass der Bau ursprünglich eine 3-Flügelanlage, also nach Westen offen war, so dass man auch von dieser Seite zugang zum Innenhof hatte. Heute gelangt man von Osten her in den Innenhof über die Steinbrücke, die durch Sandsteinballustraden begrenzt ist. Die überlebensgroßen Sandsteinfiguren des Heiligen Nepomuk und der Immaculata auf der Brücke lassen keinen ungesehen passieren. Die Brücke mit dem Portal entstand etwa in der Zeit von 1720 bis 1730. Zum Portal gehört das von Münster’sche Wappen, das seinen ursprünglichen Platz über dem Eingangstor hat. Heute ist das Wappen geschützt vor Witterungseinflüssen in der ehemaligen Schmiede im Westtrakt des Hofes untergebracht. An einer Mauernische links vom Eingang erkennt man, dass vor der Barockzeit eine Zugbrücke Eingang gewährte. Brücke, Durchfahrt und Hof haben unregelmäßiges Kopfsteinpflaster. Alle Fenster sind mit schmalen Hausteinrahmen eingefasst, z. T. sind es schlichte Rechteckfenster, der überwiegende Teil aber besitzt die spätgotischen Vorhangbögen. Einige Fenster haben auch noch Gitter, die sowohl vor Einbruch wie auch Ausbruch (Gefängnis) schützen sollten. In zwei Treppentürmen im Innenhof führen Wendeltreppen in das erste und zweite Stockwerk, einer führt bis auf den Dachboden. An einigen Stellen sind im Sandstein noch Steinmetzzeichen zu erkennen. Lange Flure, über die man Zugang zu den Zimmern erhält, führen im Viereck auf der Hofseite durch das Schloss. Die meisten Räume zeigen wieder das ursprünglich Fachwerk in Form von zusammengesetzten Andreaskreuzen; nur wenige Räume wurden im Barock mit Stuck verziert. Das Fachwerk ist angehauen, damit der Putz hielt, mittels dem man in der Barockzeit die rustikalen Balken des Fachwerks verschwinden liess. Auch der „Rittersaal“ im 2. Obergeschoss der den Nordflügel in voller Breite und Länge beansprucht, ist mit Stuck im Regencestil aus der Zeit um 1720/1730 ausgestattet. Sicherlich war dieser Saal auch einst reich bemalt, vielleicht befindet sich ja noch einiges unter dem heutigen Putz und Anstrich, so dass sich da noch Entdeckungen machen lassen. Dieser Rittersaal wartet eben noch darauf seine ursprüngliche Funktion als Festraum wiederzuerhalten. An Inventar, das Aufschluss über das damalige Leben oder die Nutzung der einzelnen Räume hätte geben können, ist leider nichts vorhanden. Von besonderer Bedeutung für die Geschichte ist das Archiv, dessen umfangreichster Teil aus der Zeit derer von Münster stammt;einige Aufzeichnungen sind aber auch aus der Zeit der Vestenbergs und der Castells überliefert. Diesem Archiv, ebenso dem Gefängnis im Südwestturm, sind gesonderte Berichte auf dieser Webseite gewidmet.